Zwei Wochen bright

Zwei Wochen bright

Gestern war mein Tag so voll, daß ich es abends nicht mehr geschafft habe zu schreiben, sondern nur das Foto zu machen. Mein Perfektionist findet das mit den Fotos schrecklich, aber die Idee jeden Abend ein Foto vor dem selben Hintergrund gefällt mir und ist ein tolles Tracking der Veränderung.

Den ganzen Morgen war ich mit meinem Sohn unterwegs wegen seines verstauchten Fußes, zum Hausarzt, zum Röntgen nach Den Haag, dann noch schnell zum Einkaufen, weil ich die Zutaten vom Mittagessen nicht hatte. Dabei habe ich viel Schmerzen an meinem Fuß gehabt und mein Sohn und ich haben sicher ein lustiges Bild abgegeben, beide humpelnd, einer rechts und einer links. Glücklicherweise kein Bruch und er kann schon wieder besser auftreten.

Wieder zu Hause war es fast Zeit meine Tochter abzuholen und der einzige Gedanke war “ Sorge für dein Essen, egal wie müde du bist“. Also habe ich gekocht und mein Essen vom Plan gegessen. Danach wieder Stress, weil die Kinder zum Zahnarzt mußten, der auch in Den Haag ist.

Am Samstag feiern mein Mann und ich unseren Geburtstag mit einem kleinen Fest und ich muß noch NMF machen und das erfordert Vorbereitung. Das hat mein toller Organisationsteil gestern auch noch reingequetscht und es ist mir gelungen. Abends dann noch Lernen mit meiner Tochter für eine Prüfung anstatt Blog schreiben.

Selbstfürsorge oder Verpflichtungen nachkommen?

Ich befinde mich so oft im Zwiespalt zwischen Selbstfürsorge und der Versorgung der Kinder, des Haushaltes, meiner Verpflichtungen und meistens gewinnen die Verpflichtungen. Immer wieder das Abwägen, die Entscheidung treffen zu müssen, was wichtiger ist, in diesem Moment, das kostet Willenskraft.

Aber eigentlich hat mein Körper gestern die ganze Zeit gerufen, daß ich Ruhe brauche, meinen Fuß hochlegen muß und abschalten sollte. Da habe ich dann erst abends drauf gehört und habe nicht noch den Blog geschrieben.

Mütter und BLE

Wenn ich Menschen zuhöre, die erfolgreich eine Sucht bezwungen haben, gewinnt öfter die Selbstfürsorge und sie haben viele Grenzen aufgestellt und lassen es nicht zu, daß diese überschritten werden. Dieser Punkt ist einfacher ohne Kinder und ich finde, daß sich da der Genesungsweg von Müttern/Vätern von kleineren Kindern unterscheidet von dem der Menschen ohne jemandem, der abhängig von einem ist. Natürlich sind auch da Grenzen möglich, aber es ist viel schwieriger, weil immer wieder unvorhergesehene Situationen aufkommen, in denen alles andere in den Hintergrund gestellt werden muß. Damit will ich nicht sagen, daß alle anderen keinerlei Schwierigkeiten haben und alles für sie einfach ist, aber es ist doch mehr Raum da, den man nutzen könnte, wenn man bereit dafür ist.

Ich möchte gerne eine Lanze brechen für alle Mütter und Menschen, die einen anderen Menschen versorgen, der abhängig von ihnen ist und die BLE machen. Es ist anstrengend, es ist schwierig, man hat Schuldgefühle, wenn man so viel Zeit in die Genesung investiert und die dann nicht mit den Kindern verbringt, man wird dauernd gestört, wenn etwas passiert, man muß eigentlich dauernd präsent sein.

Dann zählt es in Verbindung zu anderen Müttern zu sein und die großen Anforderungen zu sehen und zu würdigen, Selbstmitgefühl walten zu lassen und Prioritäten zu setzen. Gestern habe ich nur gedacht, alles andere ist jetzt nicht wichtig, der Blog, das Meditieren, Innehalten, nur mein Essen ist wichtig und das hat mich gerettet.

Mein Plan ist geschrieben und committet und ich werde essen, was ich aufgeschrieben habe und der Rest findet sich schon.

Liebe Grüße,

Olivia

Ich freue mich über alle Reaktionen sowie Fragen, Kritik, Ergänzungen oder Erfahrungen.