Eine schwere Zeit

Heute keinen Tagebucheintrag, sondern ein Lebenszeichen. Ich möchte mich nicht verstecken, auch wenn ich eigentlich genau das will. Die Verbindung mit euch allen ist so wichtig für mich und meine Genesung, gerade jetzt. Die letzte Woche war noch schwerer als die ganzen Wochen davor.

Die Klinik hat mich abgewiesen, mein Hausarzt wollte mir ohne Bericht vom Psychiater keine Überweisung in eine Traumaklinik geben, mein gebrochenes Sesambein am Fuß ist noch nicht richtig zusammengewachsen, mein Sohn hat große Schwierigkeiten in der Schule, mein Mann und ich sind sehr distanziert und das Zusammenleben ist so schwer auszuhalten. Außerdem habe ich öfter gebingt die letzten Tage und alles schien hoffnungslos zu sein. Das Wetter ist auch sehr düster und drückt die Stimmung noch mehr.

Heute hat sich glücklicherweise etwas getan. In der Nacht um 02.30 kam mein Sohn und wollte bei mir schlafen. Er schlief sehr unruhig und hielt mich wach. Das Gedankenkreisen begann. Dann habe ich die Zeit genutzt um noch einmal nach einer guten Klinik in Den Haag zu suchen, die auf PTSB spezialisiert ist. Und siehe da, ich habe sie gefunden. Selbst in einer schlaflosen Nacht, findet sich etwas Positives.

Mein Hausarzt rief mich an und hat mir nach einem längeren Gespräch dann doch eine Überweisung ausgestellt. Ich habe mich direkt angemeldet und auch schon ein paar Tests ausgefüllt. Es bewegt sich etwas und das gibt mir Hoffnung.

Meine Freundin hat mir noch einen Tip gegeben, wen ich um Hilfe bitten kann wegen meines Sohnes. Das habe ich auch direkt erledigt und es läuft direkt an. Die richtige Hilfe finden ist immer schon die halbe Miete.

Heute morgen war ich auch beim Orthopäden und ich habe einen abnehmbaren Gips gekriegt. Er hat gesagt, daß die Schmerzen, die ich beschreibe, oft in den letzten Wochen zu sehen seien und das ein gutes Zeichen sei. Es könne aber noch ein bißchen dauern, bis der Bruch echt verheilt sei.

Leider habe ich das alles nicht geschafft ohne NMF und ohne binge. Wie schnell es doch immer wieder wirkt, der Zucker im Körper. Die Sucht hat mich im Griff.

Ich hoffe auf ein paar ruhigere Tage mit weniger Anspannung, jetzt wo alles angeleiert ist. Dann bunny slippers anziehen und rezoomen. Ich kann das und ich verdiene das, auch wenn ich dann ohne Betäubung da stehe.

Heute verstecke ich mich nicht, auch wenn ich im Ditch bin.

Liebe Grüße,

Olivia

 

 

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